Volkskrankheit Migräne – von der Aura bis zur Therapie

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Migräne – Wußtet ihr das jeder zehnte Deutsche diese Krankheit hat? Die neurologische Erkrankung ist zur Volkskrankheit geworden und unterscheidet sich deutlich von den harmloseren Kopfschmerzen. Übersetzt aus dem griechischen heißt Migräne „halber Schädel“, denn meist ist nur eine Kopfhälfte davon betroffen. Ich selber sitze hier auf meinem Stuhl und merke wie die linke Kopfhälfte pulsiert. Ein pulsieren was mir Aufschluß gibt das es bald anfängt. Eine Attacke die viele Einschränkungen zu Tage bringt, auf die man gerne verzichten möchte. Bei mir ist das Hauptsymptom die Übelkeit.

Kurz nach der Geburt meines Sohnes fing es bei mir an. Ich hatte ständig Auren gehabt. Auren sind neurologische Reiz- und Ausfallerscheinungen. Bei mir ging die Aura mit heftigen Schwindelgefühlen ein. Bis dato war aber die Diagnose noch nicht gestellt. Ich habe es immer auf meinem Blutdruck geschoben, weil ich bei der Geburt auch viel Blut verloren hatte. Da es aber nicht besser wurde, ging ich zu meinem Hausarzt. Der schüttelte nur mit dem Kopf und meinte es sei nur der Kreislauf. Der Schwindel war teilweise bei mir so schlimm gewesen, das ich ständig einen Schleier vor den Augen hatte und ich mich auch hinlegen mußte. Meist fing das an wenn mein Körper herunterfuhr und ich stressfrei war. Mit Kind steht man ja meist unter Strom, besonders wenn man Alleinerziehend ist. Hier Termine, da Erledigungen. Und immer mit dabei das Kind. Ich glaube der Stress unterdrückte die Symptome, so das es Abends mit einem Schlag kam. Da mein alter Hausarzt aber mich irgendwie nicht so wahrnahm und der Schwindel wirklich vier Monate anhielt inkl. rapider Gewichtsverlust, suchte ich mir einen anderen Hausarzt. Man kam sich schon selber total plem plem vor, weil der Schwindel sehr quälend war. So wirklich Kopfschmerzen hatte ich nicht zu verzeichnen. Eher ein Drücken hinter den Augen, was den Schwindel schlimmer machte. Der Gewichtsverlust kam durch die Übelkeit, da ich kaum noch was aß. Ich hatte einfach keinen Hunger gehabt. Somit wog ich weniger als vor der Schwangerschaft.

Der neue Hausarzt war klasse gewesen. Er macht mit mir neurologische Tests wobei der eine Test sogar auffällig war. Daraufhin meinte er, es klingt ganz nach Migräne. Ich habe zwar nicht den typischen Kopfschmerz, aber durch die neurologischen Ausfälle kann es eine Sonderform von Migräne sein. Ich soll mir ein Termin beim Neurologen holen. Ein Neurologen Termin? Darauf wartet man eine Ewigkeit in Berlin. Ich habe mir aber den Termin über die Krankenkasse geholt, wo ich nur vier Wochen warten mußte. Dort schilderte ich mein Problem und sie meinte gleich das es Migräne ist. Durch die Hormonumstellung kann dies ausgelöst sein. Sie gab mir Sumatriptan als Akutmedikament und Flunarizin. Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme und Müdigkeit, wovon ich gerade ein Lied singen kann. Sieben Kilo mehr sind nun auf der Waage.

Zuerst traute ich mir das Medikament nicht zu nehmen. Es ist ein Calziumkanalblocker was krampflösend, herzschlagregulierend und antiallergisch wirkt. Bei neuen Medikamenten bin ich sehr vorsichtig. Somit fing ich erst drei Wochen später damit an. Und ich muß sagen es ging mir gut! Ich fühlte mich so gut wie lange nicht mehr. Die Attacken sind teilweise bis zu einmal monatlich reduziert und ich war viel motivierter. Die Müdigkeit hing einen zwar in den Knochen aber daran gewöhnte ich mich auch ganz schnell. Ich hab zwar dadurch etwas zugenommen aber die Auren haben sich deutlich verringert. Lediglich zum Zeitpunkt der Menstruation fühlt man sich total schlapp und das Drücken hinter den Augen fängt wieder an. Aber danach ist es wieder weg. Nun muß ich regelmäßig zum Neurologen zur Kontrolle und bin gespannt wie sich das Thema „Migräne“ so weiter verläuft.

Seid ihr auch Migräne Geplagte?

 

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1 comment

  • Hartwig

    28. Mai 2018 at 9:57

    Hey Bea, der Bericht ist Klasse. Ich hatte seit meinem 16. Lebensjahr Migräne. Teilweise waren die Anfälle so schlimm, das ich 3 Tage im Bett lag mit Schmerzen, Übelkeit usw. Wie oft habe ich den Notarzt gerufen, nur um mir zu helfen. Ich hatte sogar schon suizidale Gedanken. Es gab ja keine Medikamente, die so richtig halfen und man musste bis 3 Wochen darauf warten. Also habe ich alles genommen, was schmerzlindernd war ……. oft auch das Falsche. Mein Gewicht war beängstigend auf 45 kg runter durch die Kotzattacken.
    Nach der Wende gab es endlich bessere Medikamente und ich konnte sogar damit arbeiten gehen. Ich habe mir später sogar Spritzen gesetzt, die gut halfen, aber eine sehr starke Übelkeit als Nebenwirkung zeigten. Als Endbehandlung bin ich dann bei Maxalt Schmelztabletten gelandet ……. die Kasse möchte natürlich ein Reimport anbieten ………..mein Hausarzt kennzeichnet es mit x und hat die richtige Begründung und somit war alles geklärt. Gegen die Übelkeit nehme ich Vomacur Supp. 40 mg (sind für Kinder), aber die stärkeren hauen mich um .. Blutdruck im Eimer …..
    Nach den Wechseljahren verschwand die Migräne immer mehr und ich bin dankbar, dass sie jetzt weg ist. Die Medikamente habe ich für den Notfall immer noch hier, denn wie jetzt bei diesem Wetter zeigen sich manchmal migräneähnliche Kopfschmerzen.
    Bei mir sei noch zu erwähnen, dass ich immer Kühlgel in den Nacken oder auf die Stirn gelegt habe, was bei mir auch noch unterstützend ist.
    Ich drücke die Daumen, dass Du auch alles in den Griff bekommst.

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