Kitaplatz und Kindergarten Eingewöhnung mit Tücken | Erfahrungsbericht

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Schon in der Schwangerschaft war ich auf der Suche nach einem geeigneten Kitaplatz für meinen Sohn. Auf mehreren Listen konnte man sich als Interessent setzen lassen, aber die Hoffnung war klitzeklein überhaupt ein Kindergartenplatz zu ergattern. Das ganze erschwerte auch noch bei meinem Vorhaben. Ich habe mir zwei Jahre Elternzeit genommen, weil mein Sohn ein Frühchen ist und ich für ihn da sein wollte. Im Kopf hatte ich immer die Gedanken gehabt das es am Anfang wohl schwierig sein wird, weil das Kind wohl viel krank sei. Dies bestätigten mir auch viele Mamis die ich bis dato kannte. Also habe ich beschlossen, das ich meinen Sohn nach dem ersten Lebensjahr in die Kita schicken werde. Auch um soziale Kontakte knüpfen zu können. Für mich war es wichtig das mein Sohn eine Bindung zu anderen Kindern aufbauen kann. Hierbei sind ja die Meinungen äußerst unterschiedlich. Aber ich hatte einen Plan, den ich so umsetzen wollte. Mein Plan bestand darin, das mein Kind somit ein Jahr Zeit hat Abwehrkräfte aufzubauen und ich dann nach ein Jahr Kita locker wieder arbeiten gehen kann.

In Berlin ist es so das es zu wenig Kitaplätze gibt. Beim Bezirksamt mußte somit jeder einen Kitagutschein beantragen, wo festgelegt wird wie viel Stunden die Kinder die Kita besuchen dürfen. Dies richtet sich nach der Arbeitszeit der Eltern. Arbeitende Eltern können somit bis zu neun Stunden Kitazeit am Tag in Anspruch nehmen. Wogegen die nicht arbeitenden bloß einen Anspruch auf bis zu fünf Stunden täglich haben. Die Sache ist soweit in meinen Augen sehr gut geregelt. Dennoch gibt es einfach zu wenig Kindergärten und zu wenig qualifiziertes Personal. Einen Kitaplatz zu ergattern ist wie ein Sechser im Lotto. Man kommt sich hierbei vor wie bei einem Vorstellungsgespräch. Der beste und gut repräsentierte bekommt einen Platz. Es war einfach schrecklich gewesen.

Über Umwegen kam ich auf die jetzige Kita, auf der mein Sohn nun seid Anfang des Jahres geht. Es war ein Glücksgriff und ich bin sehr froh die Kita gefunden zu haben. Die Erzieherinnen sind motiviert und achten auf die Förderung der Kinder. Der finanzielle Eigenanteil für die Kita richtet sich nach dem Verdienst der Eltern. Außerdem kommen noch einheitliche Essenskosten und halbjährliche Gruppenkosten auf einen zu. Keine billige Angelegenheit, aber ich tue es gerne für mein Kind.

Der erste Kitatag

Der große Tag ist gekommen und der erste Kitatag stand an. Ich glaube ich war aufgeregter als das Kind gewesen. Über den ganzen Ablauf war ich noch gar nicht informiert und war richtig gespannt darüber. Wir wurden freundlich empfangen und die erste Woche sollen die Eltern mit im Gruppenraum sein, so das sich das Kind langsam an die Erzieher und anderen Kinder gewöhnen kann. Mein Kind stürmte gleich auf die Spielsachen zu und ich war erstmal abgeschrieben. Es war ein schönes Gefühl sein Kind beim Spielen zusehen zu dürfen.

Das ganze lief so gut, das ich nach drei Tagen das erste Mal den Raum verlassen durfte. Es war eine sehr ungewohnte Situation und mir schossen die Tränen in die Augen. Ich hatte auf einmal das Gefühl das ich mich von meinem Kind lösen muß. Hier glaube ich das jede Mutter weiß was ich meine. Ein sehr unbehagliches Gefühl ist das und Wehmut macht sich breit. Mein Kind hat es mit Bravour gemeistert und mich so gar nicht vermisst. Ich bin stolz das alles so unkompliziert lief. Nach zwei Wochen Eingewöhnung war das ganze abgeschlossen und ich konnte getrost den Kindergarten ohne mein Kind verlassen.

Dann kam der Schlag. Wir mussten für einige Wochen in das Krankenhaus und die abgeschlossene Eingewöhnung war hin. Denn nachdem wir aus dem Krankenhaus wieder raus waren, mußte die Eingewöhnung von vorne beginnen. Und das war das ganze Gegenteil wie die erste Eingewöhnung. Mein Kind war nur am weinen und klammerte sich an mich. Ich sollte nicht gehen und mußte bei ihm bleiben. Die erneute Eingewöhnung dauerte dann einige Wochen an, bevor diese abgeschlossen war. Ich habe zum Teil schon an mir selbst gezweifelt, warum sich das alles so schwierig gestaltet.

Im Endeffekt bin ich froh das ich mir die zwei Jahre Elternzeit auch genommen habe. Denn mein Kind ist wirklich sehr oft krank und ständig ruft mich die Kita an um es abzuholen. Ja ich kann sagen das es zum Teil auch sehr stressig ist, weil vieles liegen bleibt. Aber wer kennt das nicht! Da ich noch etwas Zeit habe mit dem arbeiten, bin ich guter Hoffnung. Und das schönste ist, wenn das Kind auf einen zugestürmt kommt, wenn man es abholt…

Wie war Eure Eingewöhnung in die Kita mit Euren Kindern? Waren sie auch so viel krank?

Noch mehr zum schmökern!

By Be-my-life

Beate * 33 * Berlin * Powerfrau * Herzensmensch *Fotografie Leidenschaft * Mama eines bezaubernden Sohnes * liebt Überraschungen * nach Deko verrückt

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4 comments

  • Jacqueline Virchow

    28. Mai 2017 at 16:00

    Bei meiner Tochter ging es verhältnismäßig schnell. Nach vielen tränenreichen Abschieden – beiderseits – merkte sie dann aber, dass ich sie ja immer wieder abhole. Ich war mit ihr drei Jahre zu Hause. Da gab es den halben Tag nur sie und mich. Das wollte erst einmal verarbeitet werden.
    Bei meiner Enkelin war es weitaus schwieriger. Die „Eingewöhnungsriten“ haben sich in den Jahren aber auch geändert. Damals habe ich meine Tochter abgegeben – Abschied – winken und gehen.
    Bei meiner Enkeltochter (ich habe die Eingewöhnung teilweise mitgemacht), war es erst eine Stunde, dann zwei Stunden und so steigerte es sich seeeehhhhrr langsam. Emi war des öfteren krank und man fing immer wieder von vorne an. Bis mir der Kragen platzte und ich nachfragte, wie lange man die Eingewöhnung nun noch ziehen wolle. Auf einmal konnte sie bis nach dem Mittagessen bleiben. Danach ging es sehr rasch. Emi ist gerne in der Kita. Und am schönsten ist es, wenn sie „Mittagskind“ ist.

    Wir haben damals auch sehr lange gesucht, um einen Kita-Platz zu bekommen.

    1. Be-my-life

      28. Mai 2017 at 18:54

      Da hast du ja auch schon etwas durch. Danke für Deine Erfahrung und alles Liebe

  • Swantje

    30. Mai 2017 at 12:02

    Oh je… Kindergartenplätze sind bei uns auch Mangelware.
    Schade, dass „die zweite“ Eingewöhnung nicht so gut klappt.
    Wünsche euch alles Gute <3
    Swantje

    1. Be-my-life

      14. Juni 2017 at 10:46

      Danke meine Liebe

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