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Das Wochenbett – Die Zeit nach der Geburt!

Es ist schon fast ein Jahr her, das mein Kind geboren ist. Ein Jahr lang habe ich mich als Alleinerziehende, mein Kind umsorgt und all die viele Liebe gegeben, was es benötigt, um glücklich zu sein. Warum betone ich das so? Mein Kind hat nämlich wirklich nur mich und meine Familie. Meine Familie ist allerdings 150km weit entfernt und somit schlagen wir uns alleine in Berlin durch. Klar, sieht man sich regelmäßig, aber es ist doch was anderes als wenn man seine Eltern in der Nähe hätte.

Unter dem Wochenbett zählt man 6 bis 8 Wochen nach der Geburt!

Schon lange wollte ich das Thema Wochenbett ansprechen, um Euch einen kleinen Einblick darin zu gewähren. Es war nicht einfach gewesen und ich bin oft an meine Grenzen gestossen. Über Instagram verfolge ich viele Mamas die vieles verschönern. Ich habe mich im Wochenbett gefragt, ob ich unnormal sei, weil die Hormone einfach übersprudelten. Heute kann ich sagen: „Nein, ich bin nicht unnormal“. Die Gefühle und Gedanken waren einfach normal im Wochenbett. Denn der Körper arbeitete auf Hochleistung und mußte die Geburt und das regulieren der Hormone erst einmal verarbeiten. Dann hat man auch noch die bürokratischen Rennereien, die Intensivstation wo ich immer in Krankenhaus gependelt bin, und viele andere Sachen. Aber fangen wir mal von vorne an:

Der Kleine war geboren und nach seiner Geburt mußte er circa 1,5 Wochen auf der Neonatologie verweilen. Er ist halt ein Frühchen und hatte Anpassungsstörungen gehabt, was bei einem Frühchen normal ist. Der kleine Kerl wurde verfrüht aus dem warmen Bauch geschubst und da bedarf es an einer Umstellung. Alles ist laut, Gerüche sind anders und dann die vielen Geräte die um einen piepen. Ich hätte an seiner Stelle auch Anpassungsstörungen gehabt.

Nach der Geburt war ich damit beschäftigt das ich stille. Ich mußte alle 3h abpumpen, weil der Kleine noch nicht selbstständig trinken konnte. Den kompletten Stillbericht könnt Ihr gerne auch in meinem anderen Bericht nachlesen. Dann kamen die Hormone, die mich völlig aus der Bahn geworfen haben. Tagelang habe ich geweint, weil ich dachte ich sei eine schlechte Mutter. Der Schlafmangel und die Folgen vom vielen Blutverlust haben sein übriges getan. Und dann noch der Wochenfluss, wo man sich so oder so schon so unwohl gefühlt hatte. Neben dem pendeln zum Krankenhaus habe ich den Behördenkram erledigt. Ich sage Euch, als Alleinerziehende hat man ja ein paar Behördengänge mehr zu erledigen. Aber ich war gut organisiert und mit Hilfe von meiner Mütterpflegerin ging das ganz gut.

Mütterpflegerin

Ja, ihr lest richtig. Ich hatte eine Mütterpflegerin gehabt, die mich in vielen Sachen unterstützt hat. Sie hat mich als gute Freundin begleitet und ich war so froh über Ihre Anwesenheit. Hier konnte ich auch über meine Gefühle reden und mich vollkommen öffnen. Eine Mütterpflegerin begleitet Mütter die niemanden haben, um sie zu unterstützen. Ob es im Haushalt ist, Einkäufe erledigen oder einfach mal das Baby für ein paar Stunden abzunehmen. Der Kontakt zu Ihr kam spontan. Wenn man nicht daran denkt, kommt sowas zustande. Weit vor der Geburt habe ich sie kennengelernt und bis heute ist der Kontakt sehr gut. Wir sehen sie regelmäßig und mein Kind hat auch schon eine gewisse Bindung zu Ihr aufgebaut. An dieser Stelle ein großes Dankeschön.

wie ging es weiter…

Nachdem mein Kind aus dem Krankenhaus herauskam waren wir teilweise auf uns alleine gestellt. Wir beide mussten erst gegenseitig auf uns einstellen und die Bedürfnisse von meinem Kind zu lesen, gestaltete sich schwierig. Klar, war ja auch mein erstes Kind. Alle drei Stunden habe ich ihn gestillt und durch die Koliken habe ich ihn Nächtelang durch die Gegend getragen. Eigentlich sagte man, das man im Wochenbett sich ausruhen soll! Ausruhen? War bei uns nicht der Fall gewesen. Nebenbei mußte der Einkauf erledigt und die Wohnung auf Vordermann gebracht werden. Dann kamen von den Ämtern ständig nachfragen, die auch erledigt werden mussten. Immer mit dabei, der Kleine. Als Neu Mama ein sehr stressiges Erlebnis, denn wenn der Kleine unterwegs anfing zu weinen, mußte erstmal Ursachenforschung betrieben werden. Bei mir ging der Puls bestimmt auf 180.

Heute im Nachhinein muß ich darüber leicht schmunzeln. Was für Sorgen man sich gemacht hat, was andere Leute von einem denken konnten. Heute ist mir das relativ egal, was andere über mich denken.  Allerdings gab es auch gute Seiten im Wochenbett. Einfach neben sein Kind zu liegen und es zu beobachten. Die Gesten und Mimiken waren herrlich. Der Duft vom eigenen Kind zu dem überwältigend. Kuscheln auf höchster Linie, habe ich in den ruhigen Momenten sehr genossen. Allerdings waren die Momente selten.

Ja, das Wochenbett war für mich nicht einfach gewesen. Durch den Blutmangel sah ich aus wie der Tod auf Latschen und man war mit seinen Kräften sehr am Kämpfen. Dann ein Baby was Koliken hatte und man ist zum größten Teil auf sich gestellt. Aber, ich muß sagen, es hat mich stärker gemacht. Die Bindung zu meinem Kind hat sich somit sehr gefestigt und ich bin froh ihn zu haben. Hier kann ich mit stolz sagen: Eine Liebe die nie endet.

Wie waren Eure Erfahrungen im Wochenbett?

By Be-my-life

Beate * 33 * Berlin * Powerfrau * Herzensmensch *Fotografie Leidenschaft * Mama eines bezaubernden Sohnes * liebt Überraschungen * nach Deko verrückt

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17 comments

  • Nicole

    23. November 2016 at 17:07

    Toller Bericht…..hast du gut auf den Punkt gebracht.

    1. be-my-life

      24. November 2016 at 9:38

      Vielen Lieben Dank 🙂

  • Claudia

    23. November 2016 at 19:59

    Ich finde deinen Bericht sehr emotional. ❤ Bei uns war es auch nicht einfach. Ich und mein Mann wurden beide krank mit Virus, da war Fabian 3 Wochen alt. Als Erwachsener mit 40 Grad Fieber ist einfach nur furchtbar. Wir konnten uns nicht kümmern und meine Eltern mussten kommen für eine Woche. Ich habe in der Zeit oft gedacht zu versagen.

    1. be-my-life

      24. November 2016 at 9:38

      So ein Virusinfekt ist nicht schön, zu mal man funktionieren muß. Ich drück dich und danke für Deinen Kommentar.

  • Auronia

    23. November 2016 at 20:12

    Interessant zu lesen. 🙂
    Das meine auch ein frühchen war, weißt du ja schon 🙂

    Ebenfalls gleiche Parallele, ich bin leider auch Alleinerziehend und kann es damit alles verstehen, ich hatte aber keine Dame, wie du und auch meine Hebamme war nur drei mal da.

    Auch heute noch, gibt es Tage, wo ich drei kreuze macht wenn meine kleine schläft (so wie heute lach).

    Bei mir kam noch einiges (unschönes) mehr dazu, aber ja, es macht einen definitiv stärker 😉

    1. be-my-life

      24. November 2016 at 9:39

      Ja, unschöne Sachen haben wir alle zu verzeichnen. Wir sind stark und schaffen das 🙂 Liebe Grüße

  • ossilinchen

    23. November 2016 at 22:22

    Toller Bericht! Gerade für mich als NOCH nicht Mama… 🙂

    1. be-my-life

      24. November 2016 at 9:39

      Danke Dir 🙂

  • Nancy

    24. November 2016 at 9:11

    Da hattest du es als Alleinerziehende wahrlich nicht einfach gehabt. Ich hatte zu Anfang der Geburt auch gleich noch das Problem gehabt zu glauben, wenn man nicht aufpasst, dass es vielleicht schon zum Kindstod kommt. Also war immer jemand wach im Krankenhaus, entweder mein Mann oder ich. Erst später wurde ich gelassener. Ich habe gelernt zu schlafen, wenn mein Kind geschlafen hat. Anders war es nicht möglich. Allerdings kündigten sich dann ja auch noch ewig viele Besuche an, weil alle den neuen Neuankömmling sehen wollten. Auch das war total stressig. Die Leute verstehen dann natürlich nicht, wenn man mal nur für sich alleine sein will. Dabei haben sie es doch alle schon erlebt. Bei mir war stillen aber nicht wirklich so der Burner. Im Krankenhaus lief alles schief und erst zu spät haben sie gemerkt, dass Amy gar nichts zu nahm durchs Stillen. Eine komische Zeit.

    lg nancy

    1. be-my-life

      24. November 2016 at 9:40

      Ja, vor dem Kindstod hatte ich auch Angst. Sogar heute noch. Aber stillen soll ja das Risiko minimieren 🙂 LG

      1. Nancy

        24. November 2016 at 11:41

        Das sind die schlimmsten Ängste. Aber auch wenn sie größer werden, und dann auf einmal länger schlafen und alles so ruhig ist, fragt man sich, ob alles ok ist. wir hatten das babyphone bis zum vierten Lebensjahr. Jetzt habe ich mich davon verabschiedet. Das Babyphone hat jetzt mein Schwiegervater bekommen. Falls er wieder im Schlafzimmer sich tagelang aufhalten muss, hat meine Schwiegermutter ein gutes Gefühl, unten alles mitzubekommen, falls etwas lebensbedrohliches zu hören ist (wegen lungenzerfall)

        1. be-my-life

          24. November 2016 at 11:50

          Oh das tut mir leid mit deinem Schwiegervater. Danke dir für Deine Offenheit:)

  • Irinchen

    29. November 2016 at 1:11

    Ein sehr schöner und ehrlicher Bericht. Ich hatte auch im Wochenbett mit etlichen Problemen zu kämpfen, am schlimmsten empfand ich die unglaubliche Schwäche meines Körpers (hatte auch starken Blutverlust) und die Schmerzen. Das war etwas ungewohntes und schlimmes, wie eine schwere Erkrankung. Ich hatte eine spontane Geburt, aber dabei einen Dammriss 3 Grades, der wurde natürlich genäht, aber trotzdem tat untenrum alles furchtbar weh und ich empfand es als eine Qual mich irgendwohin hinzusetzen, weil es schmerzte, bewegte mich so wie eine uralte Frau, die nur noch ganz langsam läuft, war zwar nach ein paar Tagen besser, aber trotzdem eine heftige Erfahrung, man kommt quasi an die Grenzen des eigenen Körpers. Dann die Stillerei und die wunden Brustwarzen und später eine schlimme Mastitis ein paar Wochen nach der Geburt. Dann die Hormone die verrückt spielten und ich hatte auch mehrere Tage hintereinander geheult, dann kamen die Sorgen um das Baby dazu, es hatte auch Schmerzen und hatte keiner erkannt, bei der Geburt lief leider nicht alles gut und er hat bis jetzt damit zu kämpfen. Alles in allem waren es auch viele, viele schöne Momente, aber eben auch viele schlimme Erfahrungen dabei. Ich wundere mich, dass andere Mütter alles so verschönern oder sie haben einfach so viel Glück. Ich wünsche euch beiden alles Liebe! LG

    1. be-my-life

      1. Dezember 2016 at 22:36

      Das hast du lieb geschrieben Irinchen. Dir auch alles Gute.

  • James

    20. Dezember 2016 at 2:55

    Wir konnten uns nicht kümmern und meine Eltern mussten kommen für eine Woche. Ich habe in der Zeit oft gedacht zu versagen.

    1. be-my-life

      23. Dezember 2016 at 13:44

      Wenn man Unterstützung hat, sollte man die auch annehmen. Ich habe mir oft gewünscht diese Art von Unterstützung zu haben. Aber versagt habt Ihr nicht.

  • Goodbye 2016! Welcome 2017… – Be-my-life

    30. Dezember 2016 at 22:02

    […] Das Wochenbett […]

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